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Montag, 22. März 2021
Betreut Wohnen im dörflichen Umfeld

Die Gemeinschaftsküche und der gemeinsam genutzte Wohnbereich lassen keine Wünsche offen und sind großzügig und wohnlich eingerichtet.Die Gemeinschaftsküche und der gemeinsam genutzte Wohnbereich lassen keine Wünsche offen und sind großzügig und wohnlich eingerichtet.

Die Anfang April neu eröffnende ambulante Wohngemeinschaft in Bernstadt ist ein Novum

Gerade im dörflichen Umfeld ist es für ältere Menschen, die oft ihr Leben lang in die gleiche Umgebung eingebunden waren, elementar wichtig, auch den Lebensabend hier verbringen zu dürfen. Dass dies auch für ältere MitbürgerInnen mit Unterstützungs- und Versorgungsbedarf möglich ist, zeigt die neue ambulant betreute Wohngemeinschaft in Bernstadt.

Der Burgplatz in Bernstadt ist ein ganz besonderer Ort, der sofort erahnen lässt, welche Möglichkeiten sich hier für ein gemeinschaftliches und selbstbestimmtes Leben bieten. Direkt neben der Lambertuskirche ist ein neues Dorfzentrum mit kommunaler Infrastruktur, medizinischer Grundversorgung, einem kleinen Café, nachhaltigen Pflege- und Betreuungsangeboten sowie altersgerechten Wohnungen geschaffen worden. Neben barrierefrei erreichbaren Verwaltungsräumen, einem Bürgersaal und Räumlichkeiten für die aktive Nachbarschaftshilfe sind eine Vielzahl von Elementen rund um das Themenspektrum Pflege und Betreuung entstanden. Der Arbeiter-Samariter-Bund Region Ulm, Alb-Donau, Heidenheim, Aalen hat am Burgplatz als Partner eine Tagespflege mit 15 Plätzen und eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für 12 Personen eingerichtet.

Selbstbestimmt und sorglos im Alter leben
Diese Wohngemeinschaft bietet ein einmaliges Konzept nah an den gewohnten Lebenswelten der Bewohner und bietet eine Möglichkeit, auch den Lebensabend selbstbestimmt zu gestalten. Ein Gang auf den Friedhof oder ein Kirchbesuch? Lust auf ein Stück Torte und Begegnungen beim gewohnten Bäcker oder in dem Café auf dem Burgplatz? Fußläufig, eben oder mit Aufzug jederzeit erreichbar. Bei der Familie am Sonntag zu Hause essen? Die Bewohner der Wohngemeinschaft können ihr dörfliches Leben und ihre gewohnten Kontakte weiterführen, ohne sich an- oder abzumelden, da die Wohngemeinschaft ein Wohnort und kein Seniorenheim ist. Auch für die im Ort befindlichen Angehörigen werden regelmäßige Besuche möglich, ohne einen langen Fahrweg aufnehmen zu müssen.

Eine Wohngemeinschaft statt Betreutem Wohnen
Der große Unterschied zum Betreuten Wohnen besteht darin, dass die Bewohner keine eigene Wohnung, sondern ein eigenes Zimmer haben, das über einen breiten Gang an einen großen Gemeinschaftsbereich mit Küche und Ess- und Wohnbereich angeschlossen ist. Dies bietet sehr viele soziale Kontakte, sowie die Möglichkeit, sich je nach Befinden oder Lust an den häuslichen Pflichten zu beteiligen oder sich lieber verwöhnen zu lassen. Präsenzkräfte unterstützen die Bewohner bei der Zubereitung der Mahlzeiten, die die Bewohner in einem Bewohnergremium festlegen. Und wenn man sich zurückziehen will, bieten die hellen, mindestens 25 qm großen Zimmer mit eigener, individueller Möbilierung genug Privatsphäre und Individualität. Die ambulante, medizinische Versorgung wird über einen Pflegedienst organisiert.

Den ländlichen Raum aufwerten und lebendig halten
Der Bedarf für dieses in Süddeutschland einmalige Wohnprojekt ist da – das zeigen die ersten Belegungen und die vielen Anfragen von Interessierten aus Bernstadt oder den umliegenden Dörfern wie Neenstetten, Hörvelsingen, Beimerstetten u.a.. Auch die Tagespflege ist schon fast zur Hälfte ausgebucht. Und ein weiterer positiver Effekt, der politisch oft gefordert und hier ideal umgesetzt wird, wird durch die wohnortnahe Ansiedlung erreicht: Es werden neue Arbeitsplätze im ländlichen Bereich geschaffen. „Wir sind sicher, dass dieses Projekt Schule machen wird und wir damit eine neue zukunftsorientierte Form des Wohnens im Alters geschaffen haben“, meint Christiane Fink, stellvertretende Geschäftsführerin des ASB Region Ulm.