Quelle: Südwest-Presse

01.Februar.05

 

Hilde Mattheis besucht Senioren-Residenz im Brauerviertel

 

Autor: JAKOB RESCH

 

Für Ulmer ASB ein neues Projekt - Hausgemeinschaften folgen

Seit Beginn des Jahres ist Leben in der neuen Senioren-Residenz des Arbeiter-Samariter-Bundes im Brauerviertel in der Ulmer Weststadt. Das Pflegeheim ist schon zu mehr als der Hälfte belegt. Gestern hat die Ulmer ASB-Vorsitzende Hilde Mattheis das Haus besucht.

Man kann es einen Auftakt nach Maß nennen - just an Neujahr sind die ersten Gäste in die neue Senioren-Residenz im Brauerviertel eingezogen und haben sich erst mal ein Gläschen Sekt genehmigt. Das scheint auch dem Projekt als solchem angemessen, das für den Ulmer Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) so neuartig ist wie für die Weststadt.

"Wir haben uns jetzt auch auf den Weg gemacht, was stationäre Einrichtungen angeht", sagt Hilde Mattheis, Ulmer Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des ASB-Regionalverbands. "Der Bedarf ist groß." Dass dies so ist, beweist die Belegung des Pflegeheims, in dem nach einem Monat bei 34 Plätzen schon 23 Bewohner leben. Doch dies ist nur ein Teil des "Gesundheitszentrums" zur Rundumversorgung, wie es der ASB versteht.

Über der Pflegeabteilung liegen 52 betreute Wohnungen, die Hälfte auch schon weg. Sie werden von der Realgrund AG verwaltet, ohnehin Gesamtinvestor im Brauerviertel. Der ASB bietet dafür Versorgung an. Dazu hat er sein Therapeutikum aus dem Söflinger Weberviertel mit ins Haus genommen, es wird Tagespflege und Behindertenwohnen geben, ein weiterer Bestandteil wird erst gebaut: Gegenüber entsteht ein Gebäude für Hausgemeinschaften demenzkranker Menschen, was seinerseits Modellcharakter hat.

Mit diesem individuell ausgelegten Gesamtkonzept sei man "ganz weit weg vom Heimcharakter", sagt Mattheis. Im Übrigen steckt das Pflegeteam um Elisabeth Saule gerade mittendrin im Aufbau eines eigenen Programms, vom Wellness-Tag bis hin zum Vorlesen, "ganz nach Wunsch und Gewohnheit".

Vorgabe dieser ASB-Strategie, die landesweit bereits vorangetrieben ist: Ältere und bedürftige Menschen sollen im Stadtteil aufgefangen werden und so den Kontakt zu Angehörigen halten können. "Keine Insellösung", sagt Mattheis mit Blick aufs Brauerviertel dazu, das sich auf dem einstigen Gelände der Münsterbrauerei nach und nach mit Familien, Singles und mit Leben füllt ("Mein Lieblingskind wäre noch Kinderbetreuung gewesen"). Die Senioren sollen so gesehen fester Teil des Quartiers sein, inklusive Stammtisch im benachbarten Bräustüble. "Das wäre das Schönste", bekräftigt denn auch eine Bewohnerin.

Der ASB richtet sein Augenmerk jetzt erst mal ganz auf dieses Projekt mit 80 Arbeitsplätzen, darunter 50 neue. In Böfingen und am Eselsberg besteht laut städtischer Altenplanung noch ähnlicher Bedarf. Derweil zieht die Arbeiterwohlfahrt gleich ums Eck in der Weststadt ein weiteres Seniorenzentrum hoch, zusammen mit der Ulmer Heimstätte. Es wird gebraucht werden, wie die neue Anlage im Brauerviertel zeigt.