WIZ

17. Januar 04

 

Viel Eigenverantwortung – auch im Alter

 

Arbeiter-Samariter-Bund Ulm: Neu Senioren-Residenz im >Brauerviertel< ermöglicht neuartige Hilfe

 

Stadtplaner und Kommunalpolitiker müssen umdenken: Im Jahr 2050 wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes jeder zweite der 75 Millionen Bundesbürger über 48 Jahre alt sein. Mindestens 25 Millionen Bürger sind dann über 60. Ganz auf die Bedürfnisse von älteren Menschen und auch Behinderten ist der Arbeiter-Samariter-Bund eingestellt. Dies Beweist er einmal mehr mit dem Bau der ASB-Senioren-Residenz im >Brauerviertel< in der Ulmer Weststadt.

 

Hier bietet sich die historisch einmalige Chance der innovativen Schaffung von Wohn- und Lebensraum für Jung und Alt. Die ASB-Senioren-Residenz im Brauerviertel ist ein von der Realgrund AG und ASB Regionalverband Ulm architektonisch und konzeptionell gemeinsam entwickeltes Projekt. Mit gebündelter Kompetenz entsteht hier eine neue Generation des Altenpflegeheims in einem neuen urbanen Wohnquartier mit hoher Lebensqualität.

Die ASB-Senioren-Residenz umfasst 34 stationäre Pflegeplätze, zwölf rollstuhlgerechte Service-Mietwohnungen, 52 Wohnungen mit Service und Betreuung auch für Pflegebedürftige, stationäres und ambulantes Therapeutikum (Physiotherapie, Logo-pädie, Ergotherapie, alternative Therapien). Die ASB-Senioren-Residenz ermöglicht den Mieterinnen und Mietern, möglichst viel Eigenverantwortung, Selbständigkeit bei gerade so viel Betreuung und Hilfe wie nötig.

Aufgrund der verschiedenen Wohnkonfigurationen mit ihrer jeweils abgestuften Betreuungsintensität ist Selbstbestimmung trotz erheblichen Hilfebedarfs auch beim betreuten Wohnen möglich.

Betreutes Wohnen, Pflege und Akutversorgung werden sozusagen unter einem Dach angeboten. Auch die ambulante Kranken- und Pflegestation und das Therapeutikum hat ihren zentralen Standort in der Wohnanlage.

 

Ambulante Hilfe

Die verschiedenen ambulanten Dienste aus einer Hand garantieren in den Wohnungen noch viel Lebensraum selbst für Menschen mit hohem Hilfebedarf.

Der Pflegedienst leistet dann Grund- und Behandlungspflege, Hauswirtschaftliche Hilfe und persönliche Assistenz.

Im Therapeutikum des Hauses ist ganzheitlich Rehabilitation möglich. Die teilstationäre Tagespflege des ASB bietet auf Wunsch tagsüber sozialkulturelle Betreuung an.

Essen auf Rädern, Menüwahl im Forum, Hausnotrufdienst, Rollstuhltaxi und Fahrdienste mit Begleitung sind ergänzender Service.

Der ASB-Sozialdienst kümmert sich um persönliche Beratung, Begegnungsmöglichkeiten und kulturelle Angebote.

Auch wenn sich der Hilfebedarf der Mieterinnen und Mieter über lange Zeiträume hinweg verändert und intensiviert, besteht in der ASB-Senioren-Residenz die Möglichkeit, die Hilfen und die Wohnsituation den individuellen Veränderungen und Bedürfnissen immer wieder nahtlos anzupassen.

Das gibt Freiheit und Sicherheit zugleich. Und wer nicht mehr in der eigenen Wohnung bleiben will, findet bevorzugt Schutz und Geborgenheit in der Pflegestation an vertrauter Adresse.

Aufgrund der derzeitigen Finanznöte der Städte und Gemeinden eröffnet das Zusammenspiel von öffentlicher und privater Hand, der sogenannten Public-Private-Partnership, den Kommunen neue Möglichkeiten, trotz leerer Kassen auf die Bedürfnisse der älteren Generation zu reagieren und gleichzeitig Investitionen zu ermöglichen.

Das Gemeinschaftsprojekt von Realgrund AG und ASB-Regionalverband Ulm befindet sich auf dem Weg zur vierten Generation im Pflegeheimbau. Die Entwicklung des Altenpflegeheimbaus hat in der Bundesrepublik Deutschland mehrere Stadien mit je verschiedener Schwerpunktbildung durchlaufen.

 

Entwicklung der Heime

Die Pflegeheime der ersten Generation wurden nach dem Muster von >Verwahranstalten< gebaut. Darauf folgte ungefähr mit Beginn der sechziger Jahre eine zweite Generation von Pflegeheimen, die – dem Reha-Gedanken folgend – nach dem Modell von Krankenhäusern errichtet wurden.

Danach nahmen die Pflegeheime der dritten Generation in den achtziger Jahren mehr den Charakter von Wohnhäusern an, in denen vordringlich Wohn- und Pflegeplätze in Wohngruppen angeboten wurden. Seit etwa zwei Jahren vollzieht die jüngere Geschichte des Altenpflegeheimbaus die entscheidende Wende: vermehrt entstehen in neuester Zeit Altenpflegeheime, die ein Konzept der >alltagsnahen Normalität< verfolgen und sich am Leitbild Familienleben orientieren.

Weg von der strengen Pflege dominierten, ausgerichteten Einrichtungen, hin zu >neuen Hilfeformen< für mehr selbstbestimmtes Leben Pflegebedürftiger.