Quelle:  Südwest Presse
20.August 2003 

Jugendliche / Interesse am Freiwilligen Sozialen Jahr groß

 Alternative zum Abhängen

Berufliche Orientierung, der Wunsch nach sozialem Engagement oder die Überrückung von Wartezeit: Immer mehr junge Menschen absolvieren beim Arbeiter-Samariter-Bund Ulm ein Freiwilliges Soziales Jahr. Erstmals werden sie dort auch im Rettungsdienst eingesetzt.

„Ist soziale Arbeit das Richtige für mich?“ – Eine Frage, die sich Heidi Hinkelmann vor zwei Jahren nach einem abgebrochenen Studium gestellt hat. Deshalb entschied sich die heute 25-Jährige für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Ulm. Schnell war klar: Die Arbeit mit Behinderten ist ihr Traumberuf. Mittlerweile macht sie eine Ausbildung zur Erzieherin, beim ASB arbeitet sie ehrenamtlich. Nach dem Ende ihrer Ausbildung will sie dort wieder voll einsteigen.

Berufliche Orientierung erhofft sich auch Renate Kast. Die 18-Jährige beginnt am 1.September ein Soziales Jahr beim ASB, will in den sozialen Bereich reinschnuppern, wie sie sagt. Insgesamt wird die Neu-Ulmerin dann eine von 45 Jugendlichen und jungen Erwachsenen sein, die bei dem Wohlfahrtsverband für zwölf Monate soziales Engagement in Pflegeheimen, in der Behindertenhilfe oder in der Kinder- und Jugendhilfe zeigen. „Im kommenden Jahr könnten es schon 60 sein“, sagt ASB-Abteilungsleiter Martin Grünitz. Denn immer mehr Jugendliche, vor allem Mädchen entscheiden sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr. Nicht zuletzt, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden oder Wartezeiten sinnvoll überbrücken möchten.

Eine Entwicklung, die der Arbeiter-Samariter-Bund Ulm dankbar auffängt, denn durch die aktuellen gesetzlichen Regelungen bleiben die Zivildienstleistenden aus. Das hat auch positive Folgen: „Weil das Soziale Jahr freiwillig ist, müssen die Stellen attraktiv gestaltet sein“, sagt ASB-Vorsitzende Hilde Mattheis. Deshalb gibt es für die Teilnehmer neben einer sozialpädagogischen Begleitung verschiedene Freizeitangebote, Unterstützung für Bewerbungen. Erstmals können Volljährige im Sozialen Jahr auch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen und im ASB-Rettungsdienst arbeiten.

Fünf FSJ-Stellen will der Wohlfahrtsverband zum 1.September noch vergeben. Anke Müller, Referentin der Freiwilligenagentur: „Wir versuchen, für jeden den richtigen Tätigkeitsbereich zu finden. Bewerbungen sind willkommen.“