Der Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes hat im Ulmer Stadthaus sein 50-jähriges Bestehen gefeiert und wurde dabei vom baden-württembergischen Sozialminister Friedhelm Repnik beglückwünscht. Hans Haussmann erzählte aus den Gründungstagen in Ulm.
JAKOB RESCH
So war das 1945. Hans Haussmann, aus russischer Gefangenschaft ausgebüxt, war kaum zurück im zerstörten Ulm, da suchte er die Adressen seiner alten Kumpels vom Arbeiter-Samariter-Bund, um diesen wiederzugründen. Von den Nazis verboten, wollten nun aber auch die amerikanischen Besatzer keine Arbeitervereine mehr. So sagte man halt Allgemeiner Samariter-Bund, organisatorisch untergebracht als Sanitätsabteilung im VfL Ulm, und schob fortan wieder Dienst im Ulmer Stadion und beim Posaunentag. Oder machte Spielzeug für die armen Kinder - "das war schon der Ansatz zum Sozialverband", erzählte Hans Haussmann, der Sohn, jetzt der Festgesellschaft im Ulmer Stadthaus zur Feier des 50-jährigen Bestehens des ASB im Land.
In der Tat hat sich der ASB in 50 Jahren vom Erste-Hilfe-Verein zum großen Sozialverband gemausert. "Dienstleistungsbetrieb" nennt ihn Hilde Mattheis, Vorsitzende des Ulmer Ortsverbands, mit Krankentransport, Pflege, Sanitätsdienst, Katastrophenhilfe, Behindertenarbeit. Heute habe sich der ASB im Spagat zwischen einem Wirtschaftsunternehmen und der immerwährenden sozialen Aufgabe zu beweisen.
Dem Wandel hat der ASB mit hauptamtlichen Strukturen Rechnung getragen, sagte Landesvorsitzende Marianne Wonnay. Dabei erweitere sich das Spektrum freier Wohlfahrtspflege weiter. Klar, dass sie sich da über ungebrochenen Zulauf ehrenamtlicher Mitarbeiter gerade auch unter den "Jungen und ganz Jungen" freut. Eine neue Aufgabe sieht der ASB im Bau einer "Brücke der Generationen" (Wonnay), mit Pflegeheim und Kindergarten unter einem Dach zum Beispiel.
Sozialminister Friedhelm Repnik sagte, "dass so mancher Mensch in unserem Land im wahrsten Sinne des Wortes arm dran wäre" ohne Samariter. Er rühmte die "Koppelung" strategischer Aufgaben im ASB auf Landesebene mit der bürgernahen Arbeit vor Ort. Diese kann ihre Vorteile jetzt wieder beweisen, wenn es um die Hilfe für alte Menschen geht, die laut Repnik "schon im Vorfeld der Pflege" anzusetzen habe.
Wichtig dafür dürfte bleiben, den Geist des Zusammenhalts zu bewahren, so wie 1946, als in Ulm der erste ASB-Verband in Deutschland wiedergegründet worden ist, engagiert, ehrenamtlich. Wie sagt Hans Haussmann, der Sohn: "Profiorganisationen gibt es ausreichend genug."